FÖJ

Das Freiwillige ökologisches Jahr (FÖJ) richtet sich an junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren. Voraussetzung ist außerdem, dass die Vollzeitschulpflicht bereits erfüllt ist. Das FÖJ ist eine Kombination aus der Tätigkeit in einer Einsatzstelle, die sich dem Natur- und Umweltschutz bzw. der Umweltbildung widmet, und fünf Seminaren mit einer Dauer von einer Woche. Die Seminare bieten den jungen Menschen einerseits Gelegenheit, gegenseitig Erfahrungen auszutauschen, andererseits werden sie aber auch dabei unterstützt, ihr weiteres Fortkommen zu planen.

Das FÖJ kann auch statt des Zivildienstes absolviert werden. Es dauert zwölf Monate lang und beginnt jeweils zum 1. September eines jeden Jahres.

Der Verdienst bewegt sich in einem Rahmen zwischen 180 bis 370 Euro und wird als Taschengeld bezeichnet. Dies variiert sehr stark von Bundesland zu Bundesland. In den meisten Fällen werden eine Unterkunft und die Verpflegung kostenlos gestellt. Wenn dies nicht der Fall ist, wird oft ein entsprechendes Ausgleichsgeld an die FÖJler ausgezahlt. Die Kosten für das FÖJ werden meist von den Einsatzstellen und den Bundesländern übernommen.

Einsatzbereiche

Ein FÖJ kann in vielen verschiedenen Einrichtungen absolviert werden, die sich mit dem Natur- und Umweltschutz oder der Umweltbildung beschäftigen. Hier einige Beispiele für mögliche Tätigkeiten im FÖJ:

  • Schutz von vom Aussterben bedrohten Tieren und Pflanzen
  • Umwelterziehung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
  • Laborarbeiten in Umweltlabors
  • Pflege von Biotopen
  • Kartierungs- und Messarbeiten
  • Landwirtschaft
  • Arbeiten in Forst und Wäldern

Vorteile

Einer der Vorteile des FÖJ ist, dass dadurch der Zivildienst entfallen kann. Wer später ohnehin einen Beruf im ökologischen Umfeld ergreifen möchte, kann sich so Zeit sparen. Das FÖJ wird an vielen Hochschulen als Praktikum anerkannt. Dies wäre bei einer reinen Zivildienststelle nicht der Fall.

Nachteile

Wer das FÖJ als Ersatz für den Zivildienst nutzen möchte, muss sich dessen bewusst sein, dass er auf diese Weise drei Monate länger für die Einsatzstelle tätig sein muss. Der Zivildienst dauert eigentlich nur neun Monate. Das Zivildienstgesetz schreibt jedoch vor, dass das FÖJ nur dann anerkannt werden kann, wenn es zwölf Monate gedauert hat.

Problematisch ist außerdem, dass unter Umständen nicht genügend Plätze für Kriegsdienstverweigerer zur Verfügung stehen. Nicht jede Einrichtung bietet ein „Zivi-FÖJ“ an. Bei der Bewerbung um eine entsprechende Stelle muss es angegeben werden, wenn der Bewerber ein anerkannter Kriegsdienstverweigerer ist, was sich unter Umständen negativ auf die Chancen auswirkt, angenommen zu werden.