FSJ

Das Freiwillige soziales Jahr (FSJ) wird in gemeinwohlorientierten, kulturellen und Einrichtungen der gesundheitlichen Pflege abgeleistet. Grund dafür sind in den meisten Fällen zwei verschiedene Ursachen: Entweder der junge Mensch möchte später einen Beruf in diesen Bereichen ergreifen und nutzt das FSJ sozusagen als Praktikum oder er macht das FSJ statt der Bundeswehr bzw. dem Zivildienst.

Für das FSJ gilt eine Altersgrenze von 16 bis 27 Jahren. Nur wer in diesem Alter ist, kann sich zu einer der Stellen anmelden. Das FSJ dauert mindestens sechs Monate und höchstens zwölf Monate. Wenn es als Ersatz für den Zivildienst genutzt werden soll, muss die Dauer zwölf Monate betragen. Wenn der Einsatz im Inland stattfindet, kann eine Verlängerung um höchstens sechs Monate beantragt werden. Das FSJ beginnt in der Regel entweder zum 1. August oder zum 1. September.

Wer sich freiwillig für ein FSJ meldet, wird dadurch zwar nicht reich, aber für das persönliche Wohl wird durchaus gesorgt. Üblich sind die Zahlung eines Taschengeldes, in sehr vielen Fällen freie Kost und Logis und die Versicherung in der gesetzlichen Sozialversicherung ohne jegliche Beitragszahlung. Die Höchstgrenze für das Taschengeld beträgt sechs Prozent von der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. Für 2010 gelten damit folgende Höchstbeträge: 330 Euro (West) / 279 Euro (Ost). Üblich sind Taschengelder in Höhe von etwa 150 Euro. Die Eltern können während des FSJ weiterhin Kindergeld beziehen.

Einsatzbereiche

Das FSJ kann in vielen verschiedenen Einrichtungen abgeleistet werden, die jedoch alle Mitglieder des Bundesarbeitskreises FSJ sein müssen. Beispielsweise bieten sich folgende Einrichtungen dafür an:

  • Kindertagesstätten
  • Einrichtungen der Jugendarbeit
  • Kinderheime
  • Kirchengemeinden/Pfarreien
  • Sportvereine/Sportgruppen
  • Krankenhäuser
  • Fachkliniken
  • ambulante Sozialdienste
  • Alten- und Pflegeheime
  • kulturelle Einrichtungen
  • Einrichtungen für Behinderte

Vorteile

Wer nach dem FSJ studieren möchte, schafft sich damit unter Umständen hervorragende Ausgangsvoraussetzungen. Sehr viele Universitäten und Fachhochschulen erkennen das FSJ als Vorpraktikum an oder rechnen für diese Zeit zumindest Wartesemester an. Auf jeden Fall darf kein Teilnehmer an einem FSJ bei der Vergabe von Studienplätzen benachteiligt werden.

Nachteile

Als großer Nachteil des FSJ ist sicherlich zu werten, dass es, wenn es als Ersatz für den Zivildienst verwendet werden soll, zwölf Monate lang dauern muss. Der Zivildienst selbst jedoch würde nur neun Monate dauern. Insofern ist der Teilnehmer drei Monate länger ohne ein richtiges Einkommen.