Schüler BAföG

Das Schüler BAföG bietet Menschen die Möglichkeit, sich eine Ausbildung zu finanzieren. Es springt vor allem dann ein, wenn eine Finanzierung durch die Eltern nicht in Frage kommt. BAföG erhöht also die Bildungschancen, da dadurch nahezu jeder die Möglichkeit erhält, sich weiter zu qualifizieren.

Anspruchsberechtigte

Grundsätzlich werden vom Gesetz diejenigen Menschen als Schüler definiert, die allgemeinbildende Schulen besuchen. Ob ein Anspruch auf den Bezug von BAföG besteht oder nicht, hängt zum einen von der jeweiligen Schulart ab, zum anderen aber auch von einigen individuellen Voraussetzungen. Relevant kann sein, ob für die Zulassung zu dieser Schulart eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich ist, ob der Schüler noch zuhause bei den Eltern wohnt und ob er vom Zuhause der Eltern aus eine vergleichbare Schule erreichen könnte.

Grundsätzlich keine Anspruchsberechtigung besteht für folgende Schulen:

  • Fachoberschule
  • Fachschule oder Berufsfachschule, die entweder kürzer als zwei Jahre sind oder keinen beruflichen Abschluss nach sich ziehen
  • Hauptschule
  • Realschule
  • Gymnasium
  • Gesamtschule

Ein Anspruch auf BAföG kann aber auch in diesen Fällen entstehen, wenn der Schulweg vom Wohnort der Eltern zu weit ist, der Schüler verheiratet ist oder einen eigenen Haushalt führt und eigene Kinder betreut. Für Haupt-, Real-, Gesamtschule und Gymnasium gilt dieser Regelung erst ab der 10. Jahrgangsstufe. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können auch Fachschulen und Berufsfachschulen mit berufsqualifizierendem Abschluss gefördert werden. Allerdings wird nur ein niedriger Förderbetrag gewährt.

Ein Anspruch auf BAföG besteht bei folgenden Schularten:

Abendgymnasium oder -kolleg (Förderfähigkeit nur für die letzten drei Semester)
Abendhauptschule oder -realschule (nur unter bestimmten Voraussetzungen)
Akademie
höhere Fachschule
Berufsaufbauschule
Fachoberschule oder Fachschulklasse mit vorhergegangener, abgeschlossener Berufsausbildung

Voraussetzungen

Bei der Gewährung von BAföG spielt es natürlich eine Rolle, welches Vermögen vorhanden ist und wie viel der Anspruchsberechtigte verdient. Grundsätzlich darf ein Einkommen bis zur Höhe von 4.800 Euro im Bewilligungszeitraum (zwölf Monate) vorliegen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 400 Euro brutto. Diese Faustregel wird für Pflichtpraktika nicht angewandt. Übersteigt das Einkommen diesen Betrag, so wird es auf die Höhe des BAföGs angerechnet. In welcher Höhe es angerechnet wird, hängt davon ab, welcher Art das Einkommen ist. Der genannte Freibetrag kann erhöht werden, wenn der Schüler Kinder hat oder bereits verheiratet ist. Wenn private Studiengebühren gezahlt werden müssen, kann dies ebenfalls einen Einfluss auf den Freibetrag haben. Angerechnet werden können außerdem die Einkünfte des eventuell vorhandenen Ehegattens und der Eltern. Hierfür gelten jeweils individuelle Freibeträge.

Auch die Höhe des Vermögens spielt eine Rolle. Wenn keine eigenen Kinder vorhanden sind, darf der Schüler selbst 5.200 Euro besitzen. Ein Pkw muss dabei nicht berücksichtigt werden, sofern sein Wert unter dem Freibetrag von 7.500 Euro liegt. Im Gegensatz zum Einkommen kommt das Vermögen des Ehepartners oder der Eltern nicht zur Anrechnung. Wenn bei den Angaben über das Vermögen falsche Angaben gemacht werden, fliegt dies spätestens beim jährlichen Datenabgleich auf. Das Bundeszentralamt für Steuern überprüft einmal im Jahr anhand der genutzten Freistellungsaufträge der BAföG-Empfänger, ob das angegebene Vermögen der Wahrheit entspricht.

Ablauf

Das Schüler-BAföG wird immer in Form eines Vollzuschusses gewährt. Dies bedeutet, dass der Schüler das gesamte BAföG behalten darf und dass es nicht nach einigen Jahren wieder zurückgezahlt werden muss. Wer eigene Kinder betreut, kann außerdem Anspruch auf einen Kinderbetreuungszuschlag haben. Die Förderung beginnt frühestens in dem Monat, in dem der Antrag gestellt wird. Rückwirkend kann die Förderung nicht beantragt werden. Eine Höchstdauer gibt es grundsätzlich nicht. So lange, wie die Ausbildung dauert, wird BAföG ausgezahlt. Kritisch könnte es höchstens werden, wenn eine Jahrgangsstufe mehrere Male wiederholt werden muss. In diesem Fall sollte genau dargelegt werden können, warum es im dritten oder vierten Anlauf klappen sollte. Eine Unterbrechung der Förderung kann außerdem entstehen, wenn es in einem Jahr mehr als 77 Ferienwerktage gibt.

Antrag stellen

Weiter gehts hier: http://www.das-neue-bafoeg.de/